Monster Rey

wenn rey zum monster wird.

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Herausfordern, Kennenlernen

Sie ist ja so süß. Fast 14 Wochen ist sie jetzt alt, mit einem Augenaufschlag zum dahinschmelzen. Eine Woche ist sie jetzt bei uns. Wenn sie mich morgens spätestens um halb sechs weckt, ihre kurze Rute im Akkord hin und her wackelt und ich sie mit Bin ich nicht süß?Mühe und (um diese Uhrzeit nicht ganz echter…) Gelassenheit davon abhalten muss, mir überschwänglich durchs Gesicht zu schlabbern, bin ich spätestens versöhnt (und wach), wenn sie brav auf ihrem kleinen Hintern sitzt, das Köpfchen schräg legt und mit diesem aufmerksamen freudig erwartungsvollen Blick jedem meiner Laute folgt. Ja, Laute, um diese Zeit bin ich der Worte noch nicht wirklich mächtig.

manchmal ein monster.

Fraglos, sie ist einfach zauberhaft. Aber dann gibt es diese Augenblicke, in denen wir uns fragen, wo diese zauberhafte kleine Prinzessin geblieben ist. Zum Beispiel, wenn wir ihr ein Lammohr abnehmen möchten, an dem sie gerade kaut. Dann wird sie nämlich zum Monster. Und dann macht sie Laute. Und was für welche… Von tief aus der Kehle fast dunkel grollend, gemischt mit alarmierenden Quietschern in der Frequenz eines Rauchmelders. Dazu verdreht sie die Augen, als sei sie völlig von Sinnen. Und beim Hochziehen der Lefzen zieht sich ihre Nase kraus wie die eines ausgewachsnen Wolfes.

Und nein, sie lässt ihre Beute nicht freiwillig los. Egal wieviel Geduld man aufbringt, wie lang man sie eindringlich ruhig und bestimmt anguckt. Wie nachdrücklich man „Aus!“ sagt, oder wie sehr man auch (vorsichtig) versucht ihr das Ohr zwischen ihren messerscharfen Milchzähnchen hervor zu winden. Ihre ganze Haltung signalisiert dann unzweideutig: „Du wirst es mir nur aus meiner kalten toten Schnauze entreißen können, denn ich gebe es nicht her! Niemals! Rrrroooaaarrr!!11!!“

Okay, ja, ich übertreibe, und spätestens nach einem der (von vielen verpönten) millanschen Seitenstupser lässt sie dann auch irritiert ab, klappt die Ohren zur Seite, bedeckt die Lefzen wieder – und legt den Kopf schief mit der Frage in ihren unschuldigen Augen: Darf ich das wiederhaben? Darf ich? Büdde! Büddebüdde! Ich bin doch so lieb und niedlich und zauberhaft!

größenwahn á la rey.

Zum kleinen unermüdlichen Monster mutiert sie auch bei der Nachbardame Cara, einem sechs Jahre alten Golden Retriever. Der zieht sie im Spiel auch noch an Lefzen, Ohren und Schwanz, wenn diese nach etlichen mütterlich-spielerischen Abwehrsignalen wirklich gallig wird (und das dauert lang), und Rey dann ernsthaft murrend maßregelt. Dann kippt das lachende spielerische Leuchten aus Reys Augen, und weicht einem irritierend gefährlichen Funkeln. In den Augen unserer zarten Prinzessin spiegelt sich dann der gesamte Wahnsinn der Welt wider. Und dass ihr Köpfchen bequem in Caras Schlund passen würde und Cara auch fast das zehnfache an Kampfgewicht mitbringt, beeindruckt Rey nicht im Mindesten.

Habt Ihr auch solche Mini-Monster zuhause? Wie geht Ihr damit um?

 

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